
Wermelskirchen – Stadtrat beschließt Finanzierung für das Krankenhaus, um Zukunft des Hauses zu sichern.
Der Rat der Stadt Wermelskirchen hat in seiner Sitzung am Montag, 13. Juli 2026, beschlossen, die Krankenhaus Wermelskirchen GmbH in den kommenden Jahren weiterhin finanziell zu unterstützen.
Mit diesem politischen Beschluss setzt der Stadtrat für die Stadt als Mehrheitsgesellschafterin die Grundlage für eine nachhaltige wirtschaftliche Stabilisierung der Klinik und nimmt damit eine klare politische Verantwortung wahr. Die finanzielle Unterstützung der Gesellschafter beläuft sich auf bis zu drei Millionen Euro jährlich über einen Zeitraum von drei Jahren.
Das Krankenhaus befindet sich derzeit noch in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Grundlage der nun beschlossenen Unterstützung ist ein von der Geschäftsführung erarbeiteter Sanierungsplan, der die wirtschaftliche Neuausrichtung der Klinik und damit die Sicherung des Krankenhauses vorsieht.
Um die finanzielle Unterstützung der Stadt bereitzustellen, ist eine zeitnahe Anpassung der Grundsteuer B erforderlich. „Wir wissen, dass eine weitere Erhöhung der Grundsteuer B für viele Bürgerinnen und Bürger eine Belastung darstellt – aber ohne sie würde das Krankenhaus schließen. Und das kann und will der Stadtrat nicht zulassen, weil das Krankenhaus für die Stadt Wermelskirchen ein unverzichtbarer Bestandteil der Daseinsvorsorge ist“, erklärt Bürgermeister Bernd Hibst.
Das Krankenhaus Wermelskirchen ist zentrale Einrichtung für Notfälle, akute Erkrankungen und stationäre Behandlungen. Welche zentrale Rolle das Krankenhaus für die Gesundheits- und Notfallversorgung im Norden des Rheinisch-Bergischen Kreises einnimmt, zeigte sich zuletzt eindrucksvoll bei der Hitzewelle im Juni. Bei den außergewöhnlich hohen Temperaturen gerieten zahlreiche Notaufnahmen in der Region an ihre Kapazitätsgrenzen, mehrere Kliniken mussten ihre Notaufnahmen zeitweise abmelden.
Das Krankenhaus Wermelskirchen behandelte neben Patientinnen und Patienten aus Wermelskirchen auch zahlreiche Menschen aus den umliegenden Städten. An den beiden Wochenendtagen wurden insgesamt 130 Patientinnen und Patienten in der Notaufnahme versorgt und 38 stationär aufgenommen.
„Das hat gezeigt, wie wichtig eine leistungsfähige Klinik vor Ort ist und dass sie weiterhin große Bedeutung hat“, betont Bernd Hibst.
Der jetzt erfolgte Ratsbeschluss stellt eine notwendige Voraussetzung für die finanzielle Unterstützung der Stadt für das Krankenhaus dar. Die Stadt Wermelskirchen hält zwei Drittel der Gesellschaftsanteile an der Krankenhaus Wermelskirchen GmbH, der Rheinisch-Bergische Kreis ist mit einem Drittel beteiligt. „Wir gehen davon aus, dass sich auch der Kreis als Minderheitsgesellschafter mit einem Drittel der Anteile seiner Verantwortung gerecht wird“, so Hibst.
Auf Grundlage der finanziellen Zusagen aus dem Kreis der Gesellschafter kann die Krankenhaus Wermelskirchen GmbH nun einen Insolvenzplan zur Entschuldung der Gesellschaft und zur Erhaltung des Krankenhauses in bisheriger Trägerschaft erstellen, über den die Gläubigerversammlung im weiteren Verlauf abstimmen wird.
Stadt Wermelskirchen / Kathrin Kellermann




